Monatsarchiv für Dezember 2009

 
 

Vasee

Das ist wirklich eine traurige Geschichte. Der Vasee, der auf den Alben von Tua und Kaas ganz besondere Refrains eingesungen hat, steckt in tiefen Schulden. Es ist vielleicht verwerflich, wenn jemand jahrelang so schlecht wirtschaftet, aber dieser Künstler, der wohl – kommerziell – zu viel von seiner Musik erwartet hat und bitter enttäuscht wurde, ist es – glaube ich – wert unterstützt zu werden. Gerade wenn er wirklich so sozial engagiert ist, wie das in dem Text unten beschrieben wird, muss man ihn doch unterstützen, damit er weitermachen wird.

Um Teile seiner Schulden abtragen zu können verkauft er über seine Website sein, 2007 produziertes Album, “Kapitel 1 – Liebe und Licht”.

Unabhängig davon, dass ich Vasees Musik kaum kenne, kaufe ich sein Album, denn egal ob sie mir gefällt, glaube ich, dass die Zukunft Vasees einen kleinen Teil meines Geldes wert ist.

Seit fast 10 Jahren versucht er die Charts zu stürmen und macht dabei alle Fehler die man als Künstler machen kann. Vasee hat bis jetzt versuchte alles im Alleingang zu schaffen und kommt dabei gefährlich ins stolpern. Er hat sich sehr viel Geld geliehen um es in seine Musik zu investieren.  Inzwischen klingeln der Zwangsvollstrecker und die Polizei bei Ihm an die Tür und fordern Geld ein, das Vasee einfach nicht hat. Es handelt sich hierbei um fünfstellige Beträge die noch zu zahlen sind. Dazu kommt eine Räumungsklage und, das macht das ganze brisant, ein dazugehörender Haftbefehl, der auf ihn ausgestellt wird, wenn Vasee nicht bis Dienstag 10.000 EUR bezahlen kann.

Vasee lebt für und von seiner Kunst. Er hat über 10 Jahre keine Krankenversicherung und kein Bankkonto gehabt. Er hat nie Unterstützung vom Staat erhalten, sondern sich mit Konzerten und Live-Verkäufen immer gerade noch irgendwie über Wasser halten können. Auch jetzt wo ihm seine Schulden bis zum Hals stehen und ihm eine Gefängnisstrafe droht, versucht er mit Optimismus und eigenen Mitteln, mit seiner Musik voranzukommen, was mich sehr beeindruckt. Vasee arbeitet ehrenamtlich als Streetworker und hat schon viele Kids von der Straße geholt. Sein Studio ist seit Jahren Anlaufstelle für mittellose Künstler. Er gibt Musik-Workshops in Hauptschulen mit dem Schwerpunkt auf schwer erziehbare Jugendliche. Dieses Jahr war er mit KIZ, Samy-Deluxe und den Orsons Deutschlandweit auf Tour und stand weit über 200 mal auf der Bühne. Man kann also nicht sagen, dass es bei Vasee nicht läuft. Trotzdem reicht das Geld, das er verdient nicht aus um seine Rechnungen zu begleichen.

Mit Hilfe von Freunden bekommen wir das Geld zusammen. Vasee muss also erst einmal nicht ins Gefängnis. Aber wir müssen das Geld natürlich wieder rein bekommen. Deswegen braucht Vasee Euch. Ab jetzt gibt es auf www.vasee.de sein Solo Album “Kapitel 1 – Liebe und Licht”, das er 2007 selbst heraus gebracht hat und das nie deutschlandweit erschienen ist, für 9,90.- zzgl. Versandkosten zu bestellen. Um sich ein Eindruck vom Album machen, kann man sich hier ein Snippet dazu herunter laden.

Hoffentlich solidarisieren sich noch ein paar Leute mit Vasee und helfen ihm. Und wenn man Glück hat gefällt einem darüber hinaus auch noch sein Album.

via Chimperator

Below It

Peter Broderick wurde 1987 in Portland, Oregon, geboren und kam dort schnell mit der Musikszene in Berührung. In den letzten Jahren tourte er jedoch durch Europa und schrieb nun zuletzt das Album “Home”, auf dem auch der obenstehende Song “Below It” zu finden ist. Seine Musik ist sehr ruhig und reduziert und erinnert mich an Fink oder auch ein bisschen an die Kings Of Convenience (nur viel, viel sentimentaler).

Das Video zu “Below It” wurde irgendwo am Wattenmeer von Ralph Etter und Nora Schmidt gedreht und wirkt zwar, wie auch die Musik, ein bisschen pathetisch, aber ist trotzdem sehr schön anzusehen/anzuhören.

via Jeriko

An die Nachgeborenen

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Berthold Brechts “An die Nachgeborenen” ist eines der deutschen Gedichte, das ich kenne. Brecht bezieht sich in dem dreiteiligen Text hauptsächlich auf die Zeit nach dem 1. Weltkrieg, in der er, während der Weimarer Republik, im Lager der kommunistischen Bewegung in Straßenkämpfe gegen die Nationalsozialisten verwicklet war. In einer “Zeit des Aufruhrs”, des Elends und der Massenarbeitslosigkeit, bittet Brecht kommende Generationen um Nachsicht mit denen, die mit hoffnungsloser Gewalt gegen die Ungerechtigkeit angekämpft haben.

(…)

Ich wäre gerne auch weise.
In den alten Büchern steht, was weise ist:
Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit
Ohne Furcht verbringen
Auch ohne Gewalt auskommen
Böses mit Gutem vergelten
Seine Wünsche nicht erfüllen, sondern vergessen
Gilt für weise.
Alles das kann ich nicht:
Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!

(…)

Berthold Brecht schrieb “An die Nachgeborenen” zwischen 1933 und 1938, in Resignation, darüber den Nationalsozialismus nicht aufhalten haben zu können. Die Aufnahme habe ich zufällig bei YouTube gefunden. Eine Originalaufnahme in der Brecht sein Gedicht vorliest.

Work Hard & Be Nice To People

work hard and be nice to people

Wirklich dreist beim großen Igant Blog geklaut, aber in dem Spruch steckt einfach so viel Wahrheit, die auch ich mir ruhig mal zu Herzen nehmen könnte (selbstverständlich in Bezug auf erstere Aussage) …

Die Quelle kann ich leider nicht öffnen (klick), aber hier kann man’s handgedruckt kaufen.

Amsterdam Acoustics

amsterdam acoustics

Eine wundervolle Idee, so einfach wie genial umgesetzt. Das ist Amsterdam Acoustics.

Diesen Sommer gestartet, war der Geistesblitz zum Projekt schlichtweg Akustiksessions von mehr oder weniger bekannten Künstlern in Amsterdam zu organisieren um sie dann liebevoll abgefilmt online zu stellen. Mir gefällt die Musik zwar nur in ein paar wenigen Fällen, aber die Nähe der Musiker zum Publikum und der Flair echter Straßenmusik hat zweifellos Charme.

Wirklich angetan hat es mir Erlend Øyes Auftritt in einer Straßenbahn. Das erinnert mich mal wieder daran wie schön das neue Kings Of Convenience Album ist.

via Slecnep