Dezember 5, 2009 0

An die Nachgeborenen

By Jonathan (Weg Eins) in Inspiration

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Berthold Brechts “An die Nachgeborenen” ist eines der intensivsten deutschen Gedichte, das ich kenne. Brecht bezieht sich in dem dreiteiligen Text hauptsächlich auf die Zeit nach dem 1. Weltkrieg, in der er, während der Weimarer Republik, im Lager der kommunistischen Bewegung in die Straßenkämpfe gegen die Nationalsozialisten verwicklet war. In einer “Zeit des Aufruhrs”, des Elends und der Massenarbeitslosigkeit, bittet Brecht kommende Generationen um Nachsicht mit denen, die mit hoffnungsloser Gewalt gegen die Ungerechtigkeit angekämpft haben.

(…)

Ich wäre gerne auch weise.
In den alten Büchern steht, was weise ist:
Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit
Ohne Furcht verbringen
Auch ohne Gewalt auskommen
Böses mit Gutem vergelten
Seine Wünsche nicht erfüllen, sondern vergessen
Gilt für weise.
Alles das kann ich nicht:
Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!

(…)

Berthold Brecht schrieb “An die Nachgeborenen” zwischen 1933 und 1938, in Resignation, darüber den Nationalsozialismus nicht aufhalten haben zu können. Die Aufnahme habe ich zufällig bei YouTube gefunden. Eine Originalaufnahme in der Brecht sein Gedicht vorliest.

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