# Coda | Berlin -- 27.08.10
Die Filmkünstlerin Nina Mühlenkamp hat eine wundervolle Konzeptarbeit zum 1927er Film “Berlin – die Sinfonie einer Großstadt” von Walther Ruttmann gefilmt. An Ruttmanns in fünf Akte gegliedertes Werk, schließt die Wahlberlinerin Mühlenkamp mit einem Sechsten an, der den abschließenden Aspekt der Morgendämmerung integriert: “Coda | Berlin”.
“Coda” ist der Schlussteil einer Sinfonie, der das Hauptthema aufgreift und zu Ende führt. In diesem Falle der Lückenschließer, der Ende und Anfang der ursprünglichen Sinfonie wieder verbindet, im Sinne des heutigen Berlins, einem Organismus, der kaum mehr Schlaf zu finden scheint. Das Ziel ist es, eine Übertragung der Intention mit den heutigen Mitteln auf eine neue, zeitgemäße Form zu erreichen. Die Stadt immer noch als pulsierender Organismus, nicht grenzenlos, aber ein Stück weit exzessiver. Ein Rhythmus, immer noch im Stil einer musikalischen Sinfonie, vielleicht schneller, aber auf jeden Fall verlagert.
“Coda | Berlin” besticht durch eine angenehme Schwarz/Weiß Ästhetik und eine stimmungsvolle Klangcollage, für die sich die Künstlerin bei einem weiteren Ruttmann Werk bedient, “Weekend”, aus dem sie verschiedenste Geräusche und Fetzen samplet. Sie nennt, was heraus gekommen ist Augenmusik. Ich denke, das passt sehr gut.
