# Bin Jip -- 19.07.10

Beim Filmeabend mit Freunden wollten wir mal wieder etwas wirklich neues ausprobieren. Die Auswahl ist unendlich –man kennt das. Und irgendwie kam es dazu, dass wir uns den koreanischen Film Bin Jip anschauten. Ohne so recht zu wissen, worum es in diesem Streifen ging, wurde schnell klar, dass es sich um ein wirklich andersartiges Kunstwerk von einem Film handelt. Der Regisseur Kim Ki-duk schafft in den anderthalb Stunden, in denen die beiden Protagonisten nicht sprechen*, eine ganz besondere Atmosphäre, die die Geschichte stets spannend und die Emotionen der beiden Hauptdarsteller unglaublich menschlich und nachvollziehbar hält. Der Film ist extrem langsam, schwebt so vor sich hin, und jede Sequenz scheint in ihren Bildern sorgfältig ausgewählt und perfekt abgestimmt zu sein. Was den Film weiter so künstlerisch und fernab der normalen Verfilmung einer Geschichte erscheinen lässt, sind die Symbole, die ohne plump zu wirken, so gar nicht subtil herbeigezogen werden. Zum Beispiel der immer wieder auftauchende Golfschläger. Dazu kommt der ebenfalls sehr reduzierte, fast meditative Soundtrack, der den Eindruck des Filmes bei mir noch verstärkt hat: Bin Jip ist wohl einer der schönsten Liebesfilme, die man sehen kann.

Zur Geschichte: Es geht um einen umherziehenden jungen Mann, der Häuser besetzt, deren eigentliche Bewohner verreist sind. Dabei stiehlt er nichts, sondern entschädigt die Besitzer für seinen Aufenthalt sogar, indem er putzt oder Haushaltsgegenstände repariert. Später schließt sich ihm eine Frau an, deren Mann er beobachten konnte, wie er sich an ihr vergang. Ohne miteinander zu sprechen nähern sich die Beiden an und werden ein Liebespaar. Zusammen machen sie es sich in den Wohnungen fremder Leute gemütlich — bis es irgendwann doch schief geht. Was im zweiten Teil passiert lasse ich offen und lasse dafür die abschließende Szene sprechen, wortlos, mit den wundervollen Bildern Kim Ki-duks.

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*) Gut, die weibliche Hauptrolle sagt zum Ende des Films immerhin: “Ich liebe dich” und “Schatz, das Frühstück ist fertig”.


Kommentare:

  1. Elisabeth → am 19. August 2010.

    Ich glaube, der Film ist recht gut lt Inhalt. Den sollte man sich wahrscheinlich nicht ansehen, wenn man ein bisserl müde ist.

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  2. Jonathan (Weg Eins) → am 20. August 2010.

    Ja, da magst du Recht haben. Aber für einen gemütlichen Abend mit einem guten Glas Wein macht er, wenn man sich auf ihn einlässt, wirklich Freude.

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  3. Sybille → am 21. August 2010.

    Das ist doch ein guter Vorschlag Jonathan. Ich werde beides dann geniessen!

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