# Haut und Knochen -- 20.02.10

“Haut und Knochen” ist ein kostenloses Album von Cocon, das ich schon im Spätsommer entdeckt habe, aber daraufhin nie wirklich intensiv gehört habe. Ich habe immer mal wieder einen Hörversuch gestartet, ohne mich je auf den abstrakten Stil Cocons einlassen zu können. Vorgestern habe ich es ein weiters Mal versucht und siehe da, es hat funktioniert.
Cocon ist hat eine sehr eigenwillige Art zu rappen: Er verliert den Takt ein ums andere Mal den Takt aus den Ohren, was es nochmal schwerer macht richtig zuzuhören. Dabei ist das wirklich nötig, konzentriert zuzuhören, denn die Texte gehen tief und sind nichts zum nebenbei konsumieren. Die technischen Unzulänglichkeiten sind ob der starken, etwas außergewöhnlichen Produktionen von Leuten wie Misanthrop, Soda, Yassin, Epilog und Audio88 schade, aber zu verkraften, da die Produktionen die Texte trotzdem gut tragen.
Thematisch geht es auf dem zweiteiligen Album sehr schwermütig zu. Es geht eine Generation, die sich scheinbar nur über Referenzen und Zitate zu definieren scheint, um Einsamkeit und um Isolation. Cocon sziert die graue Großstadtromantik in all ihrer Hässlichkeit und Härte. Es handelt sich um kein Stück Musik für die glücklicheren Momente, im Gegenteil: Cocon zieht einen runter in seine bizarre, negative Geisteswelt und lädt ein, um mit ihm eine Stunde durch dunkle Straßen zu ziehen und seine Zweifel hautnah zu erleben.
Von mir eine eindeutige Hörempfehlung, aber ich kann den Downloadlink leider nicht mehr finden.
