# Du kleiner Pisser, ich bin Killer und radier dich aus -- 19.09.09

Marcus Staiger, seines Zeichens eine lebende Deutschrap Legende und Chefredakteur von rap.de hat einen Beitrag zu den rap-hörenden Schlägern aus der münchner U-Bahn geschrieben. Zu diesen äußerste sich der Tagespiegel wie folgt:

Markus Sch. posierte da nicht nur mit finsterem Blick und dem tätowierten Schriftzug „Hip Hop“ auf einem Arm. Er gab in einer Art Selbstauskunft auch preis, „wen will ich mal treffen“: Rap-Helden wie Snoop Dogg, Dr. Dre, Tupac, Eminem und Azad. Azad droht in einem Lied: „Ich hämmer dir die Zähne aus deiner verfickten Fresse“. Und: „Du kleiner Pisser, ich bin Killer und radier dich aus“.

Staiger entwirft in seinem Artikel ein Szenario wie die Situation entstanden sein könnte und nimmt danach Stellung zu der Verbindung zwischen Hip Hop, Sebastian L. und Markus S. und tiefgreifenderen Problemen.

Ich weiß nicht, ob Rap dafür verantwortlich ist. Ich weiß nicht, ob Snoop Dogg, Tupac oder Azad hier irgendetwas tun hätten können, um das zu verhindern. Ich weiß nicht, ob der Typ einen Gangsterrap Text im Kopf hatte und sich wie Scarface fühlte, als er versucht hat, 13-jährige abzuziehen. Das einzige, was ich weiß ist, dass es Rap sehr oft nicht schafft, diese Situationen so dazustellen, dass man das fühlen kann. Dass Menschen andere Menschen zusammen schlagen und Gewalt ausgeübt wird, konnten weder die Beatles noch Bob Dylan noch Blumentopf verhindern und ein Land, das Bomben auf 50 Zivilisten wirft, kann das auch nicht.

“München – Verantwortung – Wahlkampf” von Marcus Staiger

Ich glaube kaum, dass man einer Kunstform (Rap) die Verantwortung für die “verrohte deutsche Jugend” geben kann. Ich gebe zu, dass manche Rapper teilweise unsägliches Zeug von sich geben, aber sie sind in ihrer Art nur ein Spiegel ihrer Generation. Und diese Generation ist das Produkt einer Politik, die eine komplette Schicht ignoriert hat. Eine Schicht, die jetzt zum Problem wird.


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