# Endtroducing -- 05.10.09

An der Idee Trip Hop und straighten Instrumental Hip Hop zu einem homogenen Ganzen zu vermengen haben sich schon viele versucht. Eine weitere Platte auf der das uneingeschränkt funktioniert habe ich seit “Endtroducing” von DJ Shadow noch nicht mehr gehört.
“Endtroducing” wurde 1997 veröffentlicht und war von Anfang an ein Meilenstein in der Kunst des Samplens. DJ Shadow nahm Melodien, die einen berühren, die düster sind und programmierte darauf den perfekten Beat. Mal komplex, mal einfach, doch in ihrer Genialität nehmen sich die Tracks nichts.
Beginnend mit “Building A Stem With A Grain Of Salt” wird der Hörer sofort in die Welten des Joshua Davis entführt. Der Track ist meiner Meinung nach einer der stärksten Opener, die ich kenne. Er trägt den Charakter des ganzen Albums in sich und macht den Einstieg in das, teilweise doch auch träge Klangmuster des Albums flüchtig und zu einer Selbstverständlichkeit. Die Chöre haben etwas feierliches und die Variationen im Drumpattern geben schonmal einen Vorgeschmack dessen, was der Kalifornier sehr gut kann und in der darauffolgenden Stunde noch mehrmals beweisen wird.
Die Stücke auf “Endtroducing” sind wie aus einem Guss geschaffen, was aber nicht heißt, dass dem Langspieler die Abwechslung fehlt. Die Songs sind zwar fast durchgehend sehr dunkel, aber sie wahren trotz allem ihre eigene Facette. Und mit “Organ Donor” hat das Album sogar einen richtigen Hit, der live sogar noch eindrucksvoller als auf Platte ist. Mein persönliches Lieblingslied auf “Endtroducing” ist aber ohne Zweifel “Midnight In A Perfect World”. Die Stimmung dieses Tracks ist unglaublich ruhig und betrachtend. Gleichzeitig ist er unglaublich komplex aufgebaut mit seinem sphärischen Klängen im Hintergrund, den Vocalsamples, Cuts und der Gitarrenlinie und lässt mich ernsthaft grübeln wie DJ Shadow so etwas in sich Stimmiges ausschließlich aus Samples enstehen lassen kann. Also wirklich…
Ein Fazit ziehend, behaupte ich, dass “Endtroducing” garantiert nicht jedem gefällt. Die LP ist zum Teil sehr sperrig in ihrem Sound und als reines Instrumental Album könnte sie den ein oder Anderen langweilen, aber wer mal einen ruhigen Abend mit anspruchsvoller, schwerer Musik verbringen will, sollte sich DJ Shadows Debüt dringend mal besorgen. Gut eignet sich “Endtroducing” als Soundtrack zu den vorbeiziehenden LKWs auf der nächtlichen Autobahn.
