(Ming Dynasty Download / 1.4.2009)
Nein, das ist kein Produzent/Rapper Kollabo Album. Stattdessen liefern uns zwei alte Bekannte eine solide Sammlung an Beats, die universal verwendbar sind. Laut der Pressemeldung sind die 19 Instrumentals “ideal geeignet als Inspiration zum Texte Schreiben, um darüber zu rappen oder einfach nur zum Kopfnicken”. Ein simples, aber gutes Konzept und da ich bisher weder von Roey Marquis II. noch von Curse enttäuscht wurde saßen die 7 € entsprechend locker. Unkompliziert und einfach kann man “Zumo Breakz: Round Three” im Marquis’schen Downloadshop ordern, um es weniger als zehn Minuten später im mp3 Player zu pumpen. Und siehe da: Das Geld ist solide angelegt. Ob es besser ist als die ersten beiden Teile der “Zumo Breakz” Serie, weiß ich nicht. Kennt die einer von euch?
Schön geordnet sind die ersten neun Beats von Curse und darauffolgend zehn weitere von Roey Marquis aka Ming. Als ich die Curse Beats zum ersten Mal hörte kamen sie mir etwas eigenartig und sperrig vor. Als wären sie in einer Viertelstunde durch Fruity Loops gejagt worden, doch so langsam freunde ich mich mit ihnen an. Curses Beats basieren, wie die von Ming, aussschließlich auf Samples und da hat sich Curse ein paar frische Fundamente für seine Stücke ausgesucht. Zudem scheint er sich besonders auf die Drums zu fokussiert haben, so verwendet er teilweise sehr komplexe Patterns, die aus dem ‘kickkicksnare’-Muster ausbrechen. Die Drumsamples der ersten fünf Stücke sind mir persönlich allerdings viel zu dünn und haben zu wenig Druck. Im Gegensatz dazu präsentiert der ‘Fluch’ am Ende seines Auftritts vier Höhepunkte. Besonders “Tribute to Roey Marquis” ist eine echte Perle – erinnert aber auch tatsächlich an einen klassischen Beat des Frankfurter Urgesteins.
Der zweite Teil und damit auch die echten Höhepunkte gehören allerdings Roey Marquis. Mit seiner 20jährigen Erfahrung erschafft er zehn Ausnahmebeats, die fast jedem aktuellen ‘fucking Standard’-Album gut tun würden. Die Atmosphäre und die Tiefe der Ming Beats einzufangen, haben schon viele Nachahmer versucht; so konstant geschafft hat es bisher nur der Altmeister. Sein konsequenter Stil macht ihn einzigartig und jedes seiner vielen Releases zu starken Werken. Er schafft es immer und immer wieder die MCs in Zusammenarbeit mit ihm zu Höchstleistungen anzustacheln. Viele bekannte Rapper haben, meines Erachtens, ihre besten Tracks mit Roey Marquis geschaffen. Man erinnere sich nur an die alten Jonesmann Tracks auf “Samsara” oder der Battle Meilenstein “Nimm’ dein Mikro in die Hand” von Tone und Samy Deluxe (Tone und RM2 haben sich übrigens vor kurzem in einem Interview die Ehre gegeben. Darin reminiszieren sie unter anderem über den Track).
Wieder zu den “Zumo Breakz 3″: Mein persönlicher Favorit des Album ist Mings “Rainbow”, um den herum sich noch einige weiteren hochklassige Beats tummeln. MCs, die Material für ihre Mixtapes brauchen, machen also keinen Fehler, wenn sie in die Platte investieren, aber auch einfach zum chillen machen die Instrumentale Spaß. Was mich jedoch gehörig stört, ist dass viele der Beats – gerade die von Curse – nur ziemlich kurz sind und daher für richtige Tracks noch zusammengebastelt werden müssen. Aber nochmal: Solide Beats für wenig Geld. Was will man mehr? Das Snippet gibt’s hier.
Wertung: 3 / 5
